Starkes Wochenende bei den Deutschen U20-Hallenmeisterschaften

Tristan knackt die 6,92 – starkes Wochenende bei den Deutschen U20-Hallenmeisterschaften

Was für ein Wochenende! Mit einer Meldeleistung von 7,02 Sekunden und Platz 38 der Meldeliste im Gepäck reiste Tristan Licht zum Glaspalast Sindelfingen – und kehrte als ein ganz anderer Athlet zurück.

Im Vorlauf am Samstagvormittag merkte man ihm die Anspannung eines durchwachsenen Starts an – kein Wunder, die vorangegangenen Läufe waren von mehreren Disqualifikationen geprägt, was den Startbereich in eine angespannte Atmosphäre tauchte. Tristan wählte den sicheren Weg, fand aber im Mittelteil des Laufes seinen Rhythmus und behauptete sich stark. Am Ende musste er sich lediglich Marcel Drews (Berlin Athletics Capital Club) und Louis Schuster (SG Motor Gohlis-Nord Leipzig) geschlagen geben – und strahlte dennoch: 6,94 Sekunden, eine neue Bestzeit, und dazu Qualifikation für den Zwischenlauf als schnellster Zeitläufer des gesamten Vorlaufs. Erstmals klar unter der magischen 7-Sekunden-Marke!

Der Zwischenlauf um 17:20 Uhr brachte die nächste Herausforderung: Bahn 8, die denkbar unglücklichste Ausgangslage. Der Start war erneut nicht ideal, doch Tristan kämpfte sich ins Rennen, hielt im Mittelteil stark mit und lieferte im Finish alles ab. Enzo Kieß (LAC Erdgas Chemnitz), Max Fischer (Saarland Athletics e.V.) und Matthes Liek (Erfurter LAC) waren an diesem Tag noch einen Tick schneller – aber Tristan verbesserte sich erneut: 6,92 Sekunden. Neue Bestzeit, Hallenrekord, und nur zwei Hundertstel fehlten zum Finaleinzug. Zwei Hundertstel. Das ist Hochleistungssport in seiner kompromisslosesten Form.

Am Sonntagmorgen dann der 200-Meter-Lauf – die Beine nach zwei intensiven Sprints des Vortags spürbar belastet, die enge Hallenbahn in Sindelfingen kein Freund schneller Kurven. Tristan startete im vierten Vorlauf auf Bahn 3, mit Sebastian Hetzner (LAC Passau, Meldewert 21,86sec) als klar gesetztem Favoriten neben sich. Am Ende lief Tristan in 22,52 Sekunden als Zweiter seines Laufes ins Ziel – der Finaleinzug wäre erst unter 22 Sekunden möglich gewesen, und mit den Beinen vom Vortag war das schlicht nicht drin. Wichtiger war ohnehin das, was dieser Sonntag trotzdem brachte: wertvolle nationale Wettkampferfahrung.

Insgesamt bedeutet Platz 13 in Deutschland über 60 Meter für einen Athleten, der als 38. der Meldeliste angereist war, genau das: Tristan gehört zur erweiterten nationalen Spitze seines Jahrgangs. Der Weseler TV ist stolz.

Trainer Lukas Peer brachte es auf den Punkt: „Von 7,02 auf 6,92 Sekunden bei einer Deutschen Meisterschaft – das zeigt seine enorme Entwicklung. Tristan hat technisch große Fortschritte gemacht und ist mental viel stabiler geworden.“

Und Tristan selbst? „Ich bin glücklich, dass ich so fit wie nie durch die Saison gekommen bin. Das war für mich mindestens genauso wichtig wie die Zeiten.“

Die Freiluftsaison wartet – mit 100m, 200m und vielleicht sogar dem Weitsprung. Wir freuen uns drauf!

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